Aushängeschild des Vereins waren schon von jeher die Lokalschauen. Da schlägt sich denn nieder. Was im Verein durch viel Fleiß, Ausdauer, Kameradschaft und Tierliebe im Laufe eines Jahres geschafft wird. Die erste Lokalschau fand schon im Gründungsjahr am 30. November 1030 in der alten Turnhalle statt. In den Folgejahren fanden diese Ausstellungen im Wechsel in den Gasthöfen „Ochsen“, „Lamm“ und „Linde“ statt. Um das finanzielle Risiko möglichst gering zu halten- die Eintrittsgelder konnten die Kosten nie decken- hat man jeweils ein „Röllesspiel“ (heute „Tombola“) durchgeführt. Die Einnahmen durch die Mitgliedsbeiträge waren damals, wie heute sehr gering. Die ungefähr 30 Mitglieder zahlten bis 1939 einen Monatsbeitrag noch 0,20 Reichsmark und später ganz 3, - Reichsmark im Jahr. Manche Ausstellungen wären nicht zustande gekommen, wenn „treue Seelen“ nicht die benötigten Ausstellungskäfige von den umliegenden Vereinen ausgeliehen hätten. Mit der Zeit konnten vom ersparten Geld vereinseigene Käfige angeschafft werden. Heute verfügt der Verein über genügend eigene Käfige.
Hierbei wurde allen Sielminger Vereinen vom damaligen Gemeinderat zur Auflage gemacht von 1.000,- DM zu beteiligen. Weiterhin sollte jedes Mitglied entweder 30 Stunden arbeiten oder ersatzweise einen Betrag noch 45,-DM bezahlen. Der Kleintierzuchtverein trug selbstverständlich sein Scherflein dazu bei. Nur durch den beachtenswerten Einsatz aller Sielminger Vereine konnte diese Festhalle überhaupt entstehen. Im Januar 1956 wurde die erste Lokalschau in der neu erstellten „Gemeindehalle“ abgehalten. Über 400 verkaufte Eintrittskarten waren der beste Beweis für den Erfolg. In diese Zeit fiel eine neue finanzielle Belastung für die Mitglieder, da der erste Brutapparat angeschafft wurde. Dieser gewährleistete eine größere Anzahl an frühzeitigen Jungtieren. Da jährlich etwa 2.500 Eier in der Zeit zwischen Januar und Mai ausgebrütet werden, kommt auf den Verein mittlerweile die Anschaffung des 4. Brutapparates zu. Der Verein hat schon frühzeitig erkannt, dass Erfolg und Fortbestehen eines Vereines nur mit einer intensiven Jugendarbeit gewährleistet ist. Dank des vorbildlichen Einsatzes der Jugendleiter besteht unser Verein heute zum großen Teil aus ehemaligen Mitgliedern der Jugendgruppe.

Im Dritten Reich sollte dann noch der „Vier Jahresplan“ erfüllt werden, dieser stand natürlich dem Grundsatz des Züchters entgegen. Gefragt war nicht mehr Qualität, sondern Quantität. Die Kriegsereignisse warfen den Verein in seiner Entwicklung weit zurück, denn viele Mitglieder wurden zum Mitnehmen zum Militärdienst einberufen. Eine Jungtierschau konnte deshalb im Sommer 1940 nicht mehr abgehalten werden. In der ersten Nachkriegsversammlung, die im Jahr 1947 stattfand, appellierte der damalige Vorstand an alle anwesenden Mitglieder, den Verein wieder aufleben zu lassen. Jeder müsse wieder zupacken und seine Pflicht tun. In der Nachkriegszeit gestaltete sich eine geregelte Vereinsarbeit und die Aufzucht der Tiere sehr schwierig. Grund dafür waren Armut und Knappheit an Futtermitteln. Doch auch diese Zeit ging endlich vorbei. Die verbliebenen älteren Mitglieder standen den Jungen mit Rat und Tat zur Seite. Die erste Lokalschau nach dem Krieg konnte nach Überwindung zahlreicher Hindernisse erst im Januar 1948 stattfinden. Im aufstrebenden Deutschland erlebte auch der Kleintierzuchtverein seinen stetigen Aufschwung. Im Jahr 1953 wollte die Gemeinde Sielmingen eine Turn- und Festhalle errichten, die auch den Vereinen dienen sollte.
Die Jugendlichen sollen nicht nur zur Tierzucht angeregt werden, sondern auch in ihrer Freizeit lernen, sich sinnvoll zu beschäftigen. Schwierigkeiten, wie in manch anderer Jugendgruppe gibt es kaum, da die Kinder die Tierliebe verbindet. Ansporn und Erfolgserlebnisse erhalten sie durch vom Verein und Landesverband verliehene Jugendpreise. Viele Jahre verkaufte die Jugendgruppe ihre selbstgebastelten Erzeugnisse, die das ganze Jahr mit viel Fleiß und Ausdauer hergestellt wurden. Seitdem die jährlichen Ausstellungen, in den 60er und 70er Jahren, in der Gemeindehalle stattfanden und durch Sonderschauen und unsere abwechslungsreiche Bühnengestaltung attraktiv gestaltet wurden, stieg auch das Interesse der Bevölkerung an unserem schönen Hobby. Die Resonanz an diesen Veranstaltungen lag in manchen Jahren bei über 1.000 Besuchern. Die Mitwirkung an verschiedenen Festen beweist, dass sich der Kleintierzuchtverein am kulturellen Leben in der Gemeinde beteiligt.
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